Die Madison Violet-Seite
Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.
Victor Hugo

Malzhaus Plauen, 03.11.2010




Es sind diese kleinen intimen Malzhaus-Konzerte, die man immer wieder erleben kann und die einen Konzertabend zu


einem ganz besonderem Event machen. Einen solchen Abend konnte man am 03.11. 2010 mit Madison Violet

erleben, Madison Violet sind die Kanadischen Sängerinnen und Songschreiberinnen Brenley MacEachern 

und Lisa MacIsaac , 

beide übrigens Mitglieder von Großfamilien, was man im Laufe des Abends in lustiger Weise dem Publikum auch

mitteilte.

Vom Geheimtipstatus konnte sich Madison Violet in Deutschland noch nicht wirklich lösen, vielen sind die 2 Mädels

noch unbekannt. Das hat sich zwar durch die Tour als Runrig Support schon etwas verbessert, aber so wirklich

bekannt sind sie in Deutschland noch immer nicht. Trotzdem war das Konzert relativ gut besucht und der Anteil an

Cowboyhüten im Publikum war im Malzhaus wohl noch nie so hoch. Dies liegt sicher auch daran, daß man Madison

Violet als Country-Band abstempelt bzw die Mädels in der Country-Szene schon etwas bekannter sind, es ist aber

wirklich keine reine Country Musik, was Madison Violet macht. Die  Songs sind eine gelungene Mischung aus New

Country, Folk und Pop , von jedem etwas und sie sind vor allem eins, extrem melodisch und schön, wie bittersüße

Zuckerwatte in Töne umgesetzt klingt das an diesem Abend und in den Texten erzählt man von Herzschmerz und

Verlust, aber auch vom Willen die Hürden des Lebens zu meistern und von  der Freude zu leben.

Es ist wirklich eine perfekte Harmonie diese beiden wunderschönen Stimmen und der Kontrabassspieler fügt sich da 

nahtlos ein.

Man fühlt sich wie auf Wolke 7, wenn man den beiden zuhört und live klingt das noch um vieles schöner als auf CD.

Die perfekte Harmonie strahlen übrigens auch Brenley und Lisa selbst aus und so fühlen sie sich sichtlich wohl in

Plauen. Und auch das Publikum ist glücklich mit Madison Violet, nur ein Bier wollte den Mädels kein Besucher

ausgeben, so daß Managerin Rebecca kurzerhand einsprang. Die Engländerin ist eher durch Zufall zu dem Job als

Managerin für Madison Violet gekommen, sieht fast wie eine Schwester von Lisa aus und verkörpert ebenfalls diese

perfekte Harmonie , die Madison Violet an diesem Abend ausstrahlte. Übrigens bevor ich es vergesse, ganz lieben

Dank Rebecca für die Fotoerlaubnis.

Madison Violet gibt es nun schon seit 1999, seitdem haben sie als unabhängige Künstler 3 Alben in Kanada

veröffentlicht , erst die 4 CD "No Fool for trying" wurde dann mit Hilfe einer Record-Company nämlich True North

Records publiziert.

2010 gewannen sie den John Lennon Songwriting Contest im Bereich Folk mit dem Lied "The Ransom" , einen Song

den man in Plauen ebenso hören konnte , wie viele weitere eigene Songs .a. mit dem das Publikum zu Tränen

rührenden "The Woodshop" als absoluten Höhepunkt des Abends.

Ich hab echt mit den Tränen kämpfen müssen, auch weil Brenley die traurige Geschichte zu dem Song zuvor erzählte

(ihr Bruder wurde erschossen) , aber selbst nach diesem Lied schaffte man es wieder das Publikum aus der

Andächtigkeit des Moments herauszuholen und wieder zum lachen zu bringen.

In Kanada ist Madison Violet sehr erfolgreich, mehrfach wurden sie bei den Canadian Folk Awards ausgezeichnet

('Folk album of the Year', 'Best Group Recording', 'Vocal Group of the year'). In Deutschland sind sie auf den besten

Weg richtig erfolgreich zu werden. Wobei man gar nicht weiß , ob man sich das wünschen soll, denn gerade auf

kleinen Bühnen und intimen Clubs entfalltet sích der Reiz von Madison Violets Musik  besonders. Ob das vor 5000

Leuten auch so packend funktioniert? Schwer vorstellbar.

Übrigens hatten sie auch 2 Coverversionen mit im Programm , eine Hillbilly-Version eines Nirvana Songs und zum

Abschluss des Konzertes als letzes Lied eine wunderschöne Interpretation des Welthits Mrs Robinson von Simon and

Garfunkel wurden in "Madison-Violet-Stil" zu Gehör gebracht.

Vielleicht gibt es ja im Fernsehen irgendwann eine Wiederholung des Rockpalast-Konzertes von Madison Violet zu

sehen, damit all jene die die Bilder hier sehen und denen Madison Violet nichts sagt, sich ein erstes Bild von den

Kanadierinnen machen können.

Allerdings würde ich lieber zu einem Livekonzert raten, denn da entfaltet sich der Reiz der Band erst so richtig.  In

Plauen auf jeden Fall, denn die Zuschauer wollten die 2 hübschen Frauen gar nicht mehr von der Bühne lassen. Und

so hofften die Besucher auf ein baldiges Wiedersehen mit den kontaktfreudigen Kanadierinnen die sich auch nach dem

Konzert viel Zeit für das glückliche Publikum nahmen.

Darauf hoffe ich übrigens auch, ich möchte Brenley, Lisa und natürlich auch Rebecca (den Kontrabasspieler nicht zu

vergessen) möglichst schnell wieder sehen und hören. Und dann gibts bestimmt auch

ein Wiedersehen mit Rebecca.




St Barbara, Lichtentanne bei Zwickau, 14.06.2011




Welch ein Glück, 7 Monate nach dem Plauen-Auftritt waren Madison Violet wieder in Deutschland

 unterwegs und gar nicht mal so weit weg von mir. Also nichts wie hin. Zunächst galt es allerdings den

 Veranstaltungsort zu finden. Lichtentanne ist ein kleiner Ort gleich neben Zwickau und dort gibt es eine

 der ältesten Dorfkirchen Sachsens, St. Barbara. Die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 12.

 Jahrhunderts aus Feldsteinen erbaut.1628 und 1883 erfolgten größere Umbauten und nachdem 1908 die

 neue Christuskirche direkt darunter erstellt wurde, weil St. Barbara für den wachsenden Ort zu klein

 geworden war, war die Kirche dem Verfall geweiht. Zum Glück konnte ein Abriss verhindert werden,

 aber mehrere Brände und mutwillige Zerstörungen sorgten für einen weiteren Verfall. Da auch die

 Wende in Deutschland keine Besserung brachte nahmen engagierte Lichtentanner die Sache selbst in

 die Hand und begannen 1998 aus einer Bauruine wieder eine anschauliche Kirche zu machen. Die wird

 heute als Kulturzentrum genutzt und so finden seit 2 Jahren auch immer mehr Konzerte in der

 einmaligen Location statt. Einen besseren Konzertrahmen kann man für Brenley, Lisa und Adrian kaum

 finden. Das dachten sich sicher auch viele Konzertbesucher, die reichlich in die Kirche strömten. Und so

 war um 20.00 auch jeder Platz besetzt und man wartet gespannt auf Madison Violet. Wie gut die

 Akkustik in der Kirche ist, konnte man während des Konzerts eindrucksvoll erleben, als die 2 Damen

 einen Teil eines Songs ganz ohne Mikrophon sangen und die Stimmen noch eindrucksvoller zur Geltung

 kamen, das Highlight des Abends. Ein dickes dickes Lob verdiente sich aber auch das Publikum, das

 ganz ruhig und andächtig den Songs lauschte und seine Mitsing-Qualitäten sehr zur Freude der Musiker

 öfters unter Beweis stellte.

Das Konzertprogramm unterschied sich teilweise vom Plauen-Konzert. Es gab mehr neue Songs, 2

 andere Cover-Songs und meinen absoluten Favorit "The Woodshop" gabs diesmal gar nicht.

Das war aber der einzige Schwachpunkt eines ansonsten einmal mehr sehr gelungenen Konzertabends

 mit ganz viel Gefühl und Gänsehautgarantie.

Es fiel auch auf, dass die Mädels in Plauen deutlich mehr erzählt haben. Im Gespräch danach deuteten

 sie an, das man sich nicht sicher ist, ob die Englischen Ansagen beim Publlikum so gut ankommen. Aber

 gerade dies macht auch den Reiz von Madison Violet aus. Da werden nicht einfach die Songs runter

 gespielt, da stehen Musiker auf der Bühne die mit viel Leidenschaft und Gefühl ihre Songs präsentieren

 und Spaß an der Interaktion mit dem Publikum haben. Wie z.B. bei einer kurze Pause die zum Stimmen

 der Gitarre nötig war und die kurzerhand mit einer kleinen Fragerunde überbrückt wurde. Dies nutzte

 das wohl ziemlich überraschte Pubklikum allerdings kaum. Nur wie die 2 sich getroffen hatten wurde

 gefragt, was Lisa dann auch gleich anschaulich beantwortete. Spontan, natürlich und sehr smart wie

 die 2 nun mal sind. Ihre Spontanität stellten sie dann auch unter Beweis, als auf einmal in der ersten

 Reihe ein Handy laut zu klingeln begann. "Our new song- he stole it" war die lustige Reaktion darauf.

Schade ist, wie schnell immer die Zeit bei den Konzerten davon rennt, denn trotz zweier Zugaben war

 das Konzert wieder viel zu schnell vorbei. Danach gab es wie immer Autogramme und einen Ansturm der

 begeisterten Zuhörer. Und so hatte auch die Managerin und Sonnenschein Rebecca danach alle Hände

 voll zu tun.



Zum Abschluss noch einige St. Katharina-Impressionen:




































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