
Es sind diese kleinen
intimen Malzhaus-Konzerte, die man immer wieder erleben kann
und die einen Konzertabend zu

einem ganz besonderem
Event machen. Einen solchen Abend konnte man am 03.11. 2010 mit
Madison Violet

erleben, Madison Violet
sind die Kanadischen Sängerinnen und Songschreiberinnen
Brenley MacEachern

und
Lisa MacIsaac ,

beide übrigens
Mitglieder von Großfamilien, was man im Laufe des Abends in
lustiger Weise dem Publikum auch

mitteilte.

Vom Geheimtipstatus
konnte sich Madison Violet in Deutschland noch nicht wirklich
lösen, vielen sind die 2 Mädels

noch unbekannt. Das hat
sich zwar durch die Tour als Runrig Support schon etwas verbessert,
aber so wirklich

bekannt sind sie in
Deutschland noch immer nicht. Trotzdem war das Konzert relativ gut
besucht und der Anteil an

Cowboyhüten im
Publikum war im Malzhaus wohl noch nie so hoch. Dies liegt sicher auch
daran, daß man Madison

Violet als Country-Band
abstempelt bzw die Mädels in der Country-Szene schon etwas
bekannter sind, es ist aber

wirklich keine reine
Country Musik, was Madison Violet macht. Die Songs sind eine
gelungene Mischung aus New

Country, Folk und Pop ,
von jedem etwas und sie sind vor allem eins, extrem melodisch und
schön, wie bittersüße

Zuckerwatte in
Töne umgesetzt klingt das an diesem Abend und in den Texten
erzählt man von Herzschmerz und

Verlust, aber auch vom
Willen die Hürden des Lebens zu meistern und von der
Freude zu leben.

Es ist wirklich eine
perfekte Harmonie diese beiden wunderschönen Stimmen und der
Kontrabassspieler fügt sich da

nahtlos ein.

Man fühlt
sich wie auf Wolke 7, wenn man den beiden zuhört und
live klingt das noch um vieles schöner als auf CD.

Die perfekte Harmonie
strahlen übrigens auch Brenley und Lisa selbst aus und so
fühlen sie sich sichtlich wohl in

Plauen. Und auch das
Publikum ist glücklich mit Madison Violet, nur ein Bier wollte
den Mädels kein Besucher

ausgeben, so
daß Managerin Rebecca kurzerhand einsprang. Die
Engländerin ist eher durch Zufall zu dem Job als

Managerin für
Madison Violet gekommen, sieht fast wie eine Schwester von Lisa aus und
verkörpert ebenfalls diese

perfekte Harmonie , die
Madison Violet an diesem Abend ausstrahlte. Übrigens bevor ich
es vergesse, ganz lieben

Dank Rebecca
für die Fotoerlaubnis.

Madison Violet gibt es
nun schon seit 1999, seitdem haben sie als unabhängige
Künstler 3 Alben in Kanada

veröffentlicht
, erst die 4 CD "No Fool for trying" wurde dann mit Hilfe einer
Record-Company nämlich True North

Records publiziert.

2010 gewannen sie den
John Lennon Songwriting Contest im Bereich Folk mit dem Lied "The
Ransom" , einen Song

den man in Plauen ebenso
hören konnte , wie viele weitere eigene Songs .a. mit dem das
Publikum zu Tränen

rührenden "The
Woodshop" als absoluten Höhepunkt des Abends.

Ich hab echt mit den
Tränen kämpfen müssen, auch weil Brenley die
traurige Geschichte zu dem Song zuvor erzählte

(ihr Bruder wurde
erschossen) , aber selbst nach diesem Lied schaffte man es wieder das
Publikum aus der

Andächtigkeit
des Moments herauszuholen und wieder zum lachen zu bringen.

In Kanada ist Madison
Violet sehr erfolgreich, mehrfach wurden sie bei den Canadian Folk
Awards ausgezeichnet

('Folk album of the
Year', 'Best Group Recording', 'Vocal Group of the year'). In
Deutschland sind sie auf den besten

Weg richtig erfolgreich
zu werden. Wobei man gar nicht weiß , ob man sich das
wünschen soll, denn gerade auf

kleinen Bühnen
und intimen Clubs entfalltet sích der Reiz von Madison
Violets Musik besonders. Ob das vor 5000

Leuten auch so packend
funktioniert? Schwer vorstellbar.

Übrigens hatten
sie auch 2 Coverversionen mit im Programm , eine Hillbilly-Version
eines Nirvana Songs und zum

Abschluss des Konzertes
als letzes Lied eine wunderschöne Interpretation des Welthits
Mrs Robinson von Simon and

Garfunkel wurden in
"Madison-Violet-Stil" zu Gehör gebracht.

Vielleicht gibt es ja im
Fernsehen irgendwann eine Wiederholung des Rockpalast-Konzertes von
Madison Violet zu

sehen, damit all jene
die die Bilder hier sehen und denen Madison Violet nichts sagt, sich
ein erstes Bild von den

Kanadierinnen machen
können.

Allerdings
würde ich lieber zu einem Livekonzert raten, denn da entfaltet
sich der Reiz der Band erst so richtig. In

Plauen auf
jeden Fall, denn die Zuschauer wollten die 2 hübschen Frauen
gar nicht mehr von der Bühne lassen. Und

so hofften die Besucher
auf ein baldiges Wiedersehen mit den kontaktfreudigen Kanadierinnen die
sich auch nach dem

Konzert viel Zeit
für das glückliche Publikum nahmen.

Darauf hoffe ich
übrigens auch, ich möchte Brenley, Lisa und
natürlich auch Rebecca (den Kontrabasspieler nicht zu

vergessen)
möglichst schnell wieder sehen und hören. Und dann
gibts bestimmt auch

ein Wiedersehen mit
Rebecca.
St Barbara, Lichtentanne bei Zwickau, 14.06.2011
Welch ein Glück, 7 Monate nach dem Plauen-Auftritt
waren Madison Violet wieder in Deutschland

unterwegs und gar nicht mal
so weit weg von mir. Also nichts wie hin. Zunächst galt es
allerdings den

Veranstaltungsort zu finden. Lichtentanne ist ein
kleiner Ort gleich neben Zwickau und dort gibt es eine

der
ältesten Dorfkirchen Sachsens, St. Barbara. Die Kirche wurde
in
der ersten Hälfte des 12.

Jahrhunderts aus Feldsteinen erbaut.1628
und 1883 erfolgten größere Umbauten und nachdem 1908
die

neue Christuskirche direkt darunter erstellt wurde, weil St.
Barbara
für den wachsenden Ort zu klein

geworden war, war die Kirche dem
Verfall geweiht. Zum Glück konnte ein Abriss
verhindert
werden,

aber mehrere Brände und mutwillige
Zerstörungen
sorgten für einen weiteren Verfall. Da auch die

Wende in
Deutschland keine Besserung brachte nahmen engagierte Lichtentanner die
Sache selbst in

die Hand und begannen 1998 aus einer Bauruine wieder
eine anschauliche Kirche zu machen. Die wird

heute als Kulturzentrum
genutzt und so finden seit 2 Jahren auch immer mehr Konzerte in der

einmaligen Location statt. Einen besseren Konzertrahmen kann
man für
Brenley, Lisa und Adrian kaum

finden. Das dachten sich sicher auch viele
Konzertbesucher, die reichlich in die Kirche strömten. Und so

war
um 20.00 auch jeder Platz besetzt und man wartet gespannt auf Madison
Violet. Wie gut die

Akkustik in der Kirche ist, konnte man während
des Konzerts eindrucksvoll erleben, als die 2 Damen

einen Teil eines
Songs ganz ohne Mikrophon sangen und die Stimmen noch eindrucksvoller
zur Geltung

kamen, das Highlight des Abends. Ein dickes dickes
Lob verdiente sich aber auch das Publikum, das

ganz ruhig und
andächtig den Songs lauschte und seine
Mitsing-Qualitäten
sehr zur Freude der Musiker

öfters unter Beweis stellte.

Das Konzertprogramm unterschied sich teilweise vom
Plauen-Konzert. Es gab mehr neue Songs, 2

andere Cover-Songs und
meinen absoluten Favorit "The Woodshop" gabs diesmal gar nicht.

Das war aber der einzige Schwachpunkt eines ansonsten einmal mehr sehr
gelungenen Konzertabends

mit ganz viel Gefühl und
Gänsehautgarantie.

Es fiel auch auf, dass die Mädels in Plauen deutlich mehr
erzählt haben. Im Gespräch danach deuteten

sie an, das
man sich nicht sicher ist, ob die Englischen Ansagen
beim Publlikum so gut ankommen. Aber

gerade dies macht auch den Reiz
von Madison Violet aus. Da werden nicht einfach die Songs runter

gespielt, da stehen Musiker auf der Bühne die mit
viel
Leidenschaft und Gefühl ihre Songs präsentieren

und
Spaß an der Interaktion mit dem Publikum haben. Wie z.B. bei
einer
kurze Pause die zum Stimmen

der Gitarre nötig war und die kurzerhand mit einer
kleinen Fragerunde überbrückt wurde. Dies nutzte

das wohl
ziemlich überraschte Pubklikum allerdings kaum. Nur wie die 2
sich
getroffen hatten wurde

gefragt, was Lisa dann auch gleich anschaulich
beantwortete. Spontan, natürlich und sehr smart wie

die 2 nun mal
sind. Ihre Spontanität stellten sie dann auch unter Beweis,
als
auf einmal in der ersten

Reihe ein Handy laut zu klingeln begann. "Our
new song- he stole it" war die lustige Reaktion darauf.

Schade ist, wie schnell immer die Zeit bei den Konzerten davon rennt,
denn trotz zweier Zugaben war

das Konzert wieder viel zu schnell
vorbei. Danach gab es wie immer Autogramme und einen Ansturm der

begeisterten Zuhörer. Und so hatte auch die
Managerin und
Sonnenschein Rebecca danach alle Hände

voll zu tun.
Zum Abschluss noch einige St. Katharina-Impressionen: